Das Amsterdam University College (AUC) ist ein selektives Liberal-Arts-and-Sciences-College. Die Studierenden schließen mit einem gemeinsamen Bachelorabschluss (Honours) der Universiteit van Amsterdam (UvA) und der Vrije Universiteit (VU) Amsterdam ab. Das Programm folgt dem amerikanischen Liberal-Arts-and-Sciences-Modell, alle Kurse werden auf Englisch unterrichtet, und das AUC nimmt jedes Jahr höchstens 300 Studierende auf. Die Studierendenschaft kommt aus 45 Ländern.
Mathematik spielt auf dem Weg der Studierenden durch das AUC an zwei Stellen eine Rolle, und die Paragin Group ist an beiden beteiligt. Vor der Zulassung gibt OMPT dem Zulassungsteam ein klares Bild vom Mathematikniveau der Bewerberinnen und Bewerber, deren Schulbildung sich auf dem Papier schwer beurteilen lässt. Nach der Zulassung unterstützt Sowiso den Statistikkurs im ersten Studienjahr, den Dr. Michael McAssey unterrichtet.
Die Herausforderung: Mathematikkenntnisse aus 45 Ländern und ein Statistikkurs ohne passendes Lehrbuch
Zulassung: Mathematik über Bildungssysteme hinweg vergleichen
Das AUC bietet drei Majors an: Sciences, Social Sciences und Humanities. Jeder Major stellt eigene Anforderungen an die Mathematik, und das Zulassungsteam muss entscheiden, ob jemand diese erfüllt. Bei Bewerbungen aus so vielen Ländern reicht ein Vergleich der Abschlüsse nicht aus. Das Team prüft das Mathematikprogramm jeder Bewerberin und jedes Bewerbers einzeln, obwohl sich Lehrpläne, Bewertungskulturen, Prüfungsformen und Notenverteilungen von Land zu Land stark unterscheiden.
Kasia Malarek, Admissions Officer und Dozentin am AUC, unterscheidet zwei Gruppen. Die erste kommt aus großen, bekannten Systemen wie dem niederländischen VWO, dem International Baccalaureate, dem European Baccalaureate und den A-Levels. Die zweite kommt aus weniger bekannten Systemen, deren Mathematikprogramme das Team nicht beurteilen kann. Bei dieser zweiten Gruppe war es schwierig, das Mathematikniveau festzustellen.
„Wir haben versucht, das jeweilige Bildungssystem zu verstehen. Das ist viel Arbeit und ändert sich jedes Jahr. Deshalb war es schwierig, zu vergleichen.“
Das AUC suchte einen objektiven Weg, um die Auswahl fair und verlässlich zu halten.
Statistik im ersten Studienjahr: ein Kurs, der nie ganz rund lief
Dr. Michael McAssey unterrichtet seit 2013 am AUC: Statistics for Sciences, Basic Research Methods and Statistics, Advanced Research Methods and Statistics und Calculus. Als Mitglied der Academic Core Faculty ist er für Basic Research Methods and Statistics verantwortlich, einen Kernkurs mit rund 60 Studierenden pro Semester, unterrichtet in Gruppen von 20.
„Der Kurs hat sich über lange Zeit weiterentwickelt, und wir kamen nie an einen Punkt, an dem wir damit zufrieden waren. Erstens fanden wir kein Lehrbuch, das uns gefiel, das das richtige Niveau hatte und dessen Beispiele und Übungen aus dem Fachgebiet stammten, auf das der Kurs ausgerichtet war.“
Michael und seine Kolleginnen und Kollegen begannen mit unbenoteten Hausaufgaben. Die Studierenden sollten ihre Antworten selbst mit den Lösungen im Lehrbuch vergleichen.
„Natürlich haben viele Studierende das nicht getan und in ihren Prüfungen nicht gut abgeschnitten. Also wollten wir ihre Hausaufgaben bewerten, aber es gab zu viele Arbeiten zu korrigieren, das schien nicht machbar. Und natürlich wollten die Studierenden auch nicht mehr als 100 Euro für ein Lehrbuch ausgeben, das sie nur ein Semester lang nutzen und dann weiterverkaufen würden. Also wollten wir auch vom Lehrbuch wegkommen.“
Danach probierte Michael eine Online-Plattform aus, die Aufgaben automatisch bewertete. Das sparte Korrekturzeit. Aber alle Studierenden bekamen genau dieselben Aufgaben, also schrieben sie voneinander ab und lernten den Stoff nicht wirklich.
Die Lösung: beaufsichtigte Online-Mathematikprüfungen von zu Hause und randomisierte Aufgaben mit Feedback
Zulassung: OMPT, wo sich das Mathematikniveau schwer beurteilen lässt
Das AUC setzt OMPT seit einigen Jahren in der Zulassung ein, wenn sich die Mathematikkenntnisse einer Bewerberin oder eines Bewerbers schwer einschätzen lassen. Es arbeitet mit drei Prüfungen, jeweils abgestimmt auf die Mathematik, die ein Major verlangt: OMPT-A für Social Sciences, OMPT-B für Sciences und OMPT-C für Humanities. Die Prüfung lässt sich überall auf der Welt online ablegen.
„Das Tolle an diesen Prüfungen ist, dass die Bewerberinnen und Bewerber den Test bequem von zu Hause aus machen können. Und weil die Prüfung beaufsichtigt wird, können wir sicher sein, dass unsere Ergebnisse stimmen.“
OMPT bietet außerdem Vorbereitungsmaterial und Probeprüfungen, damit Bewerberinnen und Bewerber ihre Mathematikkenntnisse verbessern und gut vorbereitet in die Prüfung und in ihr Studium gehen. Das AUC ermutigt sie, diese Angebote zu nutzen.
Bei anderen Hochschulen zahlen Bewerberinnen und Bewerber OMPT in der Regel selbst. In einem Jahr entschied das AUC, die Prüfungskosten zu übernehmen, noch bevor es geprüft hatte, ob die Bewerbungen die Voraussetzungen erfüllten, und legte eine frühere Frist für die Mathematikprüfung fest: den 1. Juli. Das nahm den Bewerberinnen und Bewerbern die finanzielle Last ab und gab dem Zulassungsteam einen besseren Überblick darüber, wer infrage kam.
Statistik im ersten Studienjahr: dieselbe Frage, andere Zahlen
Für seinen Statistikkurs wusste Michael, was er suchte. Gefunden hat er es über einen Studierenden.
„Was wir eigentlich wollten, war ein System, das den Studierenden im Grunde dieselben Fragen stellt, aber mit anderen Zahlen. So stießen wir auf Sowiso, weil einer unserer Studierenden dort ein Praktikum machte.“
Das AUC startete 2018 mit Sowiso. Michael konnte nun Prüfungen ansetzen, in denen alle Studierenden dieselbe Frage mit anderen Variablen erhielten. Weil der gesamte Lernstoff online ist, brauchten die Studierenden kein gedrucktes Lehrbuch mehr. Das Sowiso-Team passte die Inhalte außerdem an das an, was das AUC unterrichten wollte.
„Das Team von Sowiso hört uns zu, nimmt Änderungen vor und ergänzt die Inhalte, sodass sie die Themen abdecken, die wir behandeln wollen, und zwar so, wie wir sie behandeln wollen.“
Automatische Bewertung und Randomisierung waren für Michael der Grund, mit Sowiso zu beginnen. Mit den Jahren hat er das automatische Feedback ebenso schätzen gelernt. Sowiso analysiert jede Antwort, erkennt, ob und wo ein Fehler steckt, und gibt Hinweise, die zum Lösungsweg der Studierenden passen, sowohl nach einer falschen Antwort als auch nach einem richtigen Zwischenschritt.
„Ganz anders als bei Übungen im Lehrbuch, bei denen man vielleicht nicht einmal weiß, ob man richtig liegt, bis man es mit jemandem durchgeht oder die Antwort hinten im Buch nachschlägt. Und selbst dann ist es nur das Endergebnis, man sieht also nicht, wie man dorthin kommt.“
Das Ergebnis: weniger Studierende, die in Statistik durchfallen, und ein fairer Vergleich über Bildungssysteme hinweg
Im Statistikkurs zeigte sich die Veränderung zuerst in der Arbeitsweise der Studierenden. Michael stellte fest, dass das automatische Feedback und die Interaktivität der Plattform sie stärker motivierten, sich mit dem Stoff zu beschäftigen, und die Bestehensquote stieg.
„Die Studierenden arbeiten gern mit der Online-Plattform und schätzen es, dass sie sie nutzen können, statt ein überteuertes Lehrbuch zu kaufen. Sie haben auch mehr Spaß daran. Sie können Beispiele durcharbeiten, üben und Feedback zu ihren Antworten bekommen, und wir haben die Prüfungen außerdem so eingerichtet, dass sie Fehler korrigieren können, bevor sie ihre Arbeit abgeben.“
Für Michael bietet die Plattform viel mehr Flexibilität als ein statisches Lehrbuch, um den Kurs so zu gestalten, wie er es möchte. Und, wie er sagt: „Wir haben weniger Verwaltungsarbeit, sodass wir uns stärker auf unsere Lehrtätigkeit konzentrieren können.“ 2020 plante er, denselben Ansatz auch in seinem Kurs Statistics for Sciences einzuführen.
Als Sowiso 2023 erneut mit Michael sprach, war die Plattform fester Bestandteil des Kurses geworden. Er nutzt sie für Aufgaben und Prüfungen und für das Üben außerhalb des Unterrichts, und Aufgaben und Übungen fließen in die Endnote ein. Die Lehrenden haben festgestellt, dass weniger Studierende durchfallen. Michael ist überzeugt, dass Sowiso die Studierenden auch deshalb motiviert, weil es ihnen Eigenständigkeit gibt: Sie nutzen das Material so, wie es zu ihrer Lernweise passt, und lernen aus ihren Fehlern.
„Bevor wir Sowiso genutzt haben, mussten wir alles selbst bewerten, und das ist sehr zeitaufwendig. Also haben wir eine Auswahl von Übungen zur Bewertung herausgegriffen, was trotzdem viel Zeit kostete. Studierende wollen keine Übungen machen, die nicht bewertet werden. Am Ende haben sie also nicht genug geübt. Jetzt, mit Sowiso, beziehen wir alles in die Noten der Studierenden ein. In Statistics for Social Sciences sind die Noten gestiegen, weil die Studierenden alle Aufgaben erledigt und mehr geübt haben. Das Tool hat ihre Leistungen in diesem Kurs verbessert, weil sie dank der Randomisierung mehr Übungen machen konnten als vorher.“
Die Studierenden merken den Unterschied auch selbst.
„Sie mögen es sehr. Sie können in ihrem eigenen Tempo arbeiten. Das erwähnen sie oft.“
Michaels nächstes Ziel ist es, die Gestaltung seines Kurses mit Sowiso weiter zu verbessern.
In der Zulassung gibt OMPT dem AUC einen gemeinsamen Bezugspunkt für Bewerberinnen und Bewerber, deren Schulbildung es auf dem Papier nicht beurteilen kann. Die Bestehensgrenze liegt bei 75 %, und es gibt höchstens zwei Versuche, damit nicht eine einzige schlechte Prüfung über die Bewerbung entscheidet.
„Wir finden, dass das den Bewerberinnen und Bewerbern eine gute Möglichkeit gibt, nicht allzu gestresst in die Prüfung zu gehen, weil sie wissen, dass sie noch einen zweiten Versuch haben.“
Das Zulassungsteam spart Zeit bei der Beurteilung von Abschlüssen, und seine Entscheidungen sind fairer und einheitlicher. Die detaillierten Ergebnisse sagen dem AUC außerdem etwas darüber, wie gut jemand nach der Zulassung voraussichtlich zurechtkommt.
← Zurück zu allen Referenzen„Jetzt können wir Studierende aus verschiedenen Bildungssystemen vergleichen, über die wir nicht viel wissen. Wir können vorhersagen, wie gut sie im Programm abschneiden werden, weil man zusammen mit den Ergebnissen der OMPT detailliertere Informationen bekommt, die zeigen, wie die Kandidatin oder der Kandidat in einzelnen Teilen der Prüfung abgeschnitten hat. So haben wir einen sehr guten Anhaltspunkt für die allgemeinen und spezifischen Fähigkeiten, die man braucht, um den jeweiligen Major erfolgreich abzuschließen.“
