Studierende arbeiten gemeinsam an Tischen in einem Lernbereich der HAN University of Applied Sciences

Summative Mathematikprüfungen in großen Kursen digitalisieren

400
Studierende pro Jahr
65 Stunden
Korrekturzeit pro Stapel Prüfungsarbeiten, vorher

“Im Schnitt schaffte man etwa 6 bis 7 Prüfungsarbeiten pro Stunde, also brauchte man für einen Stapel ungefähr 65 Stunden.”

Bap Welting, Dozent für Mathematik, Bauingenieurwesen, HAN University of Applied Sciences

Die HAN University of Applied Sciences (Hogeschool van Arnhem en Nijmegen) mit Standorten in Arnhem und Nijmegen ist eine niederländische Hochschule für angewandte Wissenschaften, eine hbo-Einrichtung (vergleichbar mit einer Fachhochschule). Mit Bachelor- und Masterstudiengängen in vielen Bereichen (Gesundheit, Wirtschaft, Technik und Bildung) studieren an der HAN mehr als 30.000 Studierende.

Bap Welting unterrichtet seit sieben Jahren Mathematik für angehende Bauingenieurinnen und Bauingenieure an der HAN.

Die Herausforderung

An der School of Built Environment ist Bap für die Kurse Mathematik I, II und III verantwortlich, die jedes Jahr rund 400 Studierende belegen. Seine größte Herausforderung bei diesen Kursen war die schiere Menge an Prüfungsarbeiten, die er am Ende eines Moduls korrigieren musste.

„Im Schnitt schaffte man etwa 6 bis 7 Prüfungsarbeiten pro Stunde, also brauchte man für einen Stapel ungefähr 65 Stunden.“

Dabei unterstützte ihn ein Team aus drei Teilzeitkräften. Bap übernahm 50 % der Korrekturen, der Rest wurde unter den Teilzeitkräften aufgeteilt.

„Und natürlich dauert das Ganze länger als nur 30 Stunden (auf Baps Seite), denn nach einem halben Tag hat man die Nase gestrichen voll.“

Im Kern wollte Bap also die Zahl der Stunden senken, die in die Korrektur der summativen Prüfungen seiner Kurse flossen.

Außerdem wollte Bap für seine Kurse auf eine digitale Lernumgebung umsteigen, um den Fortschritt seiner Studierenden leichter verfolgen zu können. Diese Umgebung sollte seinen Studierenden auch einen größeren und vielfältigeren Pool an Übungsfragen bieten als die Probeprüfungen, die er sonst von Hand erstellen musste.

Die Lösung

Für seine Tests in Sowiso nutzte Bap Aufgaben aus der Datenbank von Sowiso. Weil diese computergeneriert sind, randomisierte er sie (damit alle Studierenden unterschiedliche Fragen bekommen), passte die Regeln für die automatische Korrektur an (damit Teilpunkte möglich sind) und setzte sie dann in seinen Kursen ein. Alle Studierenden mussten aber weiterhin ihre schrittweisen Rechenwege bis zum Endergebnis handschriftlich abgeben.

„Wir nutzen Sowiso in einer hybriden Form. Wir nutzen Sowiso, um die Fragen zu generieren … alle Studierenden schreiben die Fragen auf Papier ab … sie machen ihre eigenen Berechnungen auf Papier … sie sorgen dafür, dass das Endergebnis auf dem Papier steht, und dann geben sie das Endergebnis in Sowiso ein. So haben wir alles auf Papier.“

Bap verlangt das von den Studierenden, weil sein neues Bewertungssystem so aufgebaut ist. Nachdem Sowiso automatisch korrigiert hat, sieht sich Bap noch einmal die Arbeiten der Studierenden an, die knapp unter der Bestehensgrenze lagen (33 % bis 55 %). Anhand der handschriftlichen Rechenwege prüft er, ob er hier und da einen zusätzlichen Punkt für korrekte Notation, einen Folgefehler oder eine teilweise richtige, nicht vollständig vereinfachte Antwort vergeben kann. Auch Studierende außerhalb dieses Bereichs konnten eine Überprüfung ihrer Prüfung beantragen. Das waren meist Studierende, die beim Durchsehen des Feedbacks merkten, dass sie sich (häufig) vertippt hatten.

Neben den Prüfungen nutzte Bap die Theorieseiten und Übungsaufgaben von Sowiso als zentrale Grundlage für seinen Unterricht. In den Präsenzstunden gab er Erklärungen und Beispiele, die dieselben Konzepte aus einem anderen Blickwinkel beleuchteten. So entwickelten die Studierenden ein viel zusammenhängenderes Verständnis der Themen in Baps Kursen.

„Ich glaube, der große Vorteil für die Studierenden ist, dass Sowiso ihnen die mathematische Theorie (die ziemlich kompliziert ist) sehr kompakt erklärt, wenn sie darin etwas schwächer sind. Und sie können unbegrenzt üben, weil alle Aufgaben randomisiert sind.“

Das Ergebnis

Bap nutzt Sowiso inzwischen seit gut zwei Jahren. Das ursprüngliche Problem, die Zeit für Korrekturen, hat er um mehr als die Hälfte reduziert. Das liegt vor allem daran, dass Bap nur noch die Arbeiten der Studierenden knapp unter der Bestehensgrenze von Hand korrigiert. Den Rest übernimmt Sowiso.

Außerdem stellte Bap fest, dass die randomisierbaren Übungssets schwächeren Studierenden, die mehr üben wollten, gut halfen.

„Was ich früher mit Büchern gesehen habe, gerade bei Studierenden, die in Mathematik nicht so stark waren: Nach zwei oder drei Durchgängen kannten sie alle Aufgaben auswendig. Aus dem Buch konnten sie dann nichts mehr lernen.“

Bei diesen Studierenden beobachtet Bap seit zwei Jahren, dass immer mehr von ihnen ihre Prüfungen bestehen, dank der Übungsmöglichkeiten in Sowiso.

Schließlich stellte Bap fest, dass er die Studierenden jetzt viel leichter für ihre Noten in die Verantwortung nehmen kann. Weil das Werkzeug digital ist und die Aktivität der Studierenden erfasst wird, kann Bap auf Beschwerden über schlechte Noten mit Daten antworten, die zeigen, dass zu wenig geübt wurde.

Für die Zukunft möchte Bap regelmäßige Hausaufgaben in seinen Kursen einführen. Die größte Herausforderung in vielen seiner Kurse ist es jetzt, die Studierenden zum kontinuierlichen Üben zu bewegen, statt dass sie eine ganze Einheit erst in der Woche vor der Abschlussprüfung lernen. Für das nächste Semester prüft Bap, solche Aufgaben wöchentlich einzuführen und Studierenden möglicherweise Teilpunkte als Anreiz oder Belohnung zu geben, wenn sie sie bearbeiten und bestehen.

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